Praxis | 30. Juni 2008
Farbmanagement mit Photoshop
Nichts ist so mysteriös wie Photoshops Farbmanagement. Unzählige Artikel versuchen zu erklären, was – ähnlich wie die Relativitätstheorie – doch nur eine Handvoll Menschen auf der Welt versteht.
Ich will den ganzen theoretischen Erläuterungen sicher keine weitere hinzufügen, sondern möchte hier eine ganz praktische Anleitung geben, was Sie tun müssen, um konsistente Farben für Druck und Web zu erhalten.
Und so geht’s:
Stellen Sie – wenn es möglich ist – den Farbraum Ihrer Digitalkamera auf Adobe RGB. Dieser Farbraum kann wesentlich mehr Farben darstellen als sRGB. Beim Speichern fürs Web lässt man die Bilder später automatisch in sRGB konvertieren.
Laden Sie sich die aktuellen CMYK-Profile von der Seite der ECI herunter. Entpacken Sie das Archiv und legen Sie die Profile in den Ordner /Library/ColorSnyc/Profiles. Windows-User klicken mit der rechten Maustaste auf eine *.icc-Datei und wählen Profil installieren. (Falls Sie niemals Bilder für den Offsetdruck bearbeiten, können Sie sich Schritt 2 sparen.)
Öffnen Sie Photoshop und wählen Sie Bearbeiten > Farbeinstellungen… Hier nehmen Sie folgende Einstellungen vor:
Wenn Sie anschließend z. B. ein RGB-Bild öffnen, in dem ein anderes als das Adobe RGB-Profil (oder überhaupt keins) eingebettet ist, wird Ihnen folgender Dialog präsentiert:
Sie haben hier zwar auch die Möglichkeit, das eingebettete Profil u. U. beizubehalten, aber für vorhersagbare Ergebnisse empfiehlt es sich in den allermeisten Fällen, einfach auf „OK“ zu klicken.
Bei CMYK-Bildern, die Sie beispielsweise von einem Prepress-Dienstleister erhalten haben, sollten Sie in der Regel das eingebettete Profil verwenden. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Drucker: Gute Druckereien haben oft eigene Profile, die für die vorhandenen Druckmaschinen optimiert sind.
Wenn Sie nun ein fertig bearbeitetes Bild fürs Web speichern wollen, wählen Sie Datei > Für Web und Geräte speichern… Achten Sie darauf, dass im Popup-Menü im rechten Bereich des Dialogs der Menüpunkt In sRGB konvertieren unbedingt mit einem Haken versehen ist, ansonsten verlieren bestimmte Farbtöne an Sättigung und die Farben wirken flau.

Das Bild links in der Vorschau wird immer ohne angewandtes Farbmanagement angezeigt, die RGB-Werte werden also so wie sie sind zum Monitor geschickt. Durch die Option In sRGB konvertieren bleiben die ursprünglichen Farben aber erhalten, siehe rechtes Bild:
Das ICC-Profil brauchen Sie nicht mit einzubetten (ICC-Profil also nicht ankreuzen). Erstens können bisher nur Safari und Firefox 3 (nach dem Ändern einer Einstellung) Profile interpretieren, zweitens stellen alle gängigen Browser profillose Bilder ohnehin im sRGB-Farbraum dar.
Bei selbst in CMYK konvertierten Dateien betten Sie beim Speichern allerdings das Profil ISO Coated v2 (ECI) mit ein.
Das war’s (fast)
Wenn Macintosh Benutzer nun noch das Monitor-Gamma auf 2.2 und den Weißpunkt auf D65 stellen (Systemeinstellungen > Monitore > Farben > Kalibrieren…, siehe auch “Color and gamma settings for print and web“) kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen: Sie haben nun einen Workflow, der in 99% aller Fälle konsistente und vorhersagbare Farben garantiert. Und wenn tatsächlich mal Farbverschiebungen auftreten sollten, müssen Sie nur minimal in diesen Workflow eingreifen, um die Farbverbindlichkeit zu bewahren.
Sicher – es gibt den auf den ersten Blick viel einfacheren Weg, den Photoshop Arbeitsfarbraum auf Monitor RGB zu stellen und alle Bilder fürs Web gnadenlos ebenfalls in diesen Farbraum umzuwandeln. Man hat dann beim Speichern fürs Web zwar niemals Probleme mit den bekannten Farbverschiebungen (sofern In sRGB konvertieren deaktiviert ist), allerdings produziert man so dummerweise lediglich Ergebnisse, die auf dem eigenen Monitor gut aussehen. Wie aber die Besucher einer Website solche Bilder sehen, lässt sich nicht im Mindesten voraussagen. So eine Voraussage ist bei farbgemanagten Bildern eben deutlich präziser.
Praxis | 30. März 2007
Tom's MAD Color Demo
MAD-Zeichner Tom Richmond demonstriert seine Illustrationstechniken mit Photoshop und einem Grafik-Tablett.
Praxis | 11. Dezember 2006
Tutorial: Digitales Scratchboard
Scratchboard Illustrationen werden mit einem Skalpell oder einem ähnlichen Werkzeug aus einem schwarz beschichteten Karton herausgeschabt bzw. gekratzt und anschließend – je nach Bedarf – mit Aquarellfarben koloriert. (Hier ein Beispiel – Illustration: Jennifer Baule-Prinz)
Wie man eine ähnliche Technik digital einsetzen kann, ohne dass man etwa Schattierungslinien mühevoll mit der Hand zeichnen muss, zeigt das hervorragende Tutorial Building a house with Photoshop.

Michael Halbert bietet noch viele weitere Tutorials und Projektbeschreibungen an – interessant sicher nicht nur für Illustrator(inn)en, sondern für alle, die schon immer mal hinter die Kulissen eines Profis schauen wollten.
Praxis | 23. November 2006
Adobe White Papers und Primers
Auf Adobe digital photography white papers and primers werden seit einiger Zeit PDF-Dateien veröffentlicht, in denen Profis aus ihrem Alltag mit digitaler Fotografie und Photoshop erzählen. Und nicht nur das – sie geben auch wertvolle Tipps und Anleitungen, wie z.B. im Black and White Conversion Tutorial von John Paul Caponigro.

Jeff Schewes neuester Beitrag heißt A Raw Workflow in the Real World: The March of the Yellow Penguins. Er beschreibt den Fotografenalltag unter den harten Bedingungen der Arktis.
Absolut empfehlenswert!
Artikel und Kommentare
Cindy: Ich kann mich nur anschließen!...
ArsMoriendi: Da ich früher gerne analoge...
Maggs: Super…ich finde diese Cross Entwicklungssache...
Paul: danke, macht echt spaß damit...
Lol: Das ist sehr wohl eine...
Wie fotografiert man einen Blitz?:
Stefan: besser noch ihr holt euch...
Brina: ups… ^^ bin wohl 3...
Brina: ich komm mit iso 100...
Haven: Dank teilen diese schöne Seite.
...
alex: ja, wirklich gut
...



